Kinderchöre und der richtige Tonumfang

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eine oft übersehene Herausforderung

In vielen Volksschulen wird mit großer Begeisterung gesungen – und das ist wunderbar! Doch ein wichtiger Aspekt bleibt dabei oft unbeachtet: der richtige Tonumfang für Kinderstimmen.

Immer wieder beobachte ich, dass Lieder für den Musikunterricht zu tief angesetzt sind. Der Grund liegt häufig in den Liederbüchern selbst. Viele dieser Lieder sind so transponiert, dass sie für die Begleitung auf der Gitarre möglichst angenehm zu spielen sind – zum Beispiel in D-Dur, G-Dur oder C-Dur. Dabei wird allerdings oft nicht berücksichtigt, ob die Tonlage auch für Kinderstimmen geeignet ist.

Kindliche Stimmen – besonders im Volksschulalter – klingen am schönsten und gesündesten, wenn sie im mittleren bis höheren Bereich singen dürfen. Töne unter c1 sind für viele Kinder schwer zu erreichen und führen schnell zu einem kraftlosen oder gedrückten Klang.

Als Chorleiterin oder Lehrerin lohnt es sich daher, die Tonart eines Liedes bewusst zu hinterfragen. Oft genügt es schon, ein Lied ein bis zwei Töne höher zu setzen, um es für die Kinderstimme stimmlich angenehmer und musikalisch lebendiger zu machen. So fördern wir nicht nur die gesunde Stimmtechnik, sondern auch die Freude am Singen.

Als Beispiel möchte ich das Adventslied „Singen wir im Schein der Kerzen“ von Lorenz Maierhofer erwähnen. Im Liederbuch „Das Liederbuch für die Volksschule – SIM SALA SING“ von Lorenz Maierhofer, Renate und Walter Kren (Helbling Verlag, Ausgabe A) ist das Lied in C-Dur notiert. Für die Gitarre ist diese Tonart sehr einfach zu begleiten – aber für Kinderstimmen liegt die Melodie dadurch unnötig tief. Bereits eine Transposition nach D-Dur oder sogar E-Dur würde den Tonumfang deutlich besser an die kindliche Stimme anpassen und das Singen erleichtern. Dieses Beispiel zeigt gut, wie wichtig es ist, die stimmliche Realität der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen – nicht das Instrument.

Warum nicht ein wenig höher in D-Dur. Auf der Gitarre auch relativ angenehm.
In E-Dur klingt es umso besser. Probiere es einfach. Die Kinder schaffen es!

Probier’s aus!
Jede Chorprobe ist eine Gelegenheit, Kinder auf eine neue musikalische Entdeckungsreise mitzunehmen. Vielleicht überrascht dich, wie viel Begeisterung und Lebendigkeit in deiner Gruppe entstehen kann, wenn du mal eine andere Einführungsmethode ausprobierst. Lass dich von der Neugier der Kinder inspirieren – und hab selbst Freude daran, neue Wege zu gehen! Viel Spaß beim Experimentieren! 

Suchst du nach neuen, spannenden Liedern für deinen Chor? Meine Kinderlieder „Die Wut!“ und „Die Angst“ greifen große Gefühle auf und machen sie für Kinder erlebbar. Sie laden zum Mitsingen, Fühlen und Sprechen ein – perfekt, um Emotionen spielerisch zu thematisieren. Schau sie dir an und bring frischen Wind in deine Chorproben! 

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